Wozu dienen Märchen?

Ein Blick hinter den Vorhang

Identifizierung mit Protagonisten

Märchen fördern ganz nebenher das kindliche Sprachgefühl und die verbale Gedächtnisleistung und wecken nicht zuletzt die eigene Freude am Erzählen und Fabulieren. Ein Kind, das Gefallen an Märchen gefunden hat, wird nach weiteren Geschichten verlangen. Mit seiner wachsenden sprachlichen Kompetenz wird zugleich sein Denken und damit sein Weltbild vielfältiger und komplexer und es wird zunehmend besser in der Lage sein, sich selbst und sein Handeln zu verstehen.

Lecture

Abstraktion persönlicher Gefühle

Märchen sind moralisch, ohne zu moralisieren. Der erhobene pädagogische Zeigefinger, der meist wenig bewirkt, wird durch das »Kino im Kopf« ersetzt. So wirken Märchen dabei mit, Wertvorstellungen zu vermitteln, die Gewissensbildung anzuregen und in Kindern angelegte prosoziale Eigenschaften zu verstärken. Wichtig ist der Entwicklungsaspekt. Viele Märchen verdeutlichen, dass eine innere Entwicklung notwendig ist, dass man keinesfalls ängstlich verharren darf, sondern mutig voranschreiten muss.

maerchen-erzählen.jpg

Konzentration & Kreativität

Ein allgemeinerer Aspekt zur Bedeutung von Märchen ist verbunden mit dem Begriff des kollektiven Gedächtnisses. Alle Gesellschaften leben davon, bestimmte kulturelle Riten zu pflegen, die das Gefühl des Zusammenhalts stärken und ein Bewusstsein für gemeinsame Werte und Normen schaffen. Nicht zu unterschätzen ist dabei die Rolle der Volksmärchen. Durch deren weite Verbreitung innerhalb eines Kulturkreises entsteht so etwas wie eine gemeinsame Basis an Bildern und Geschichten, die eine intuitive Verständigung über den engsten Familienkreis hinaus ermöglicht und hierdurch einen hohen Grad an Verbundenheit und Verständnis schafft

Women Holding Hands